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Niclas Burkardt, ehemaliger Schüler der Kantonsschule Ausserschwyz (KSA), konnte seine Maturaarbeit dank eines Sonderpreises in Houston, Texas, präsentieren.

Einfluss der Handystrahlung auf das Blut

Ehemaliger Schüler der Kantonsschule Ausserschwyz (KSA) präsentierte seine Matura-Arbeit in den USA

78 Prozent aller Schweizer besitzen ein Smartphone; bei den 15 bis 29jährigen sind es sogar 97 Prozent. Aber wie viele haben schon einmal darüber nachgedacht, ob die Strahlen, die von ihren mobilen Geräten ausgehen, nicht schädlich sein könnten?

Niclas Burkardt, ehemaliger Schüler der Kantonsschule Ausserschwyz (KSA), wollte es genauer wissen und untersuchte in seiner Matura-Arbeit den Einfluss der Handystrahlung auf das Blut, genauer: die roten Blutkörperchen. Seine Arbeit konnte er vor kurzem an der I-SWEEEP in Houston präsentieren. Die I-SWEEEP ist eine internationale Veranstaltung – die Abkürzung steht für „Sustainable World Energy, Engineering, Environment Project Olympiad“.

Jeweils im dritten Jahr der Gymnasialzeit gilt es für die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Ausserschwyz, sich ein Thema für die Maturaarbeit zu überlegen. Diese kann in einem beliebigen Fach geschrieben werden. Somit besteht die Möglichkeit, eigene Interessen zu vertiefen. Als Niclas Burkardt die Auswirkungen von Handystrahlung recherchierte, stellte er fest, dass die Angaben in der Literatur widersprüchlich waren. Besonderes Interesse weckte in ihm die Arbeit eines Heilpraktikers, der festgestellt hatte, dass Handystrahlen die roten Blutkörperchen veränderten. So setzte er sich zum Ziel, dieses in seiner Arbeit – im wahrsten Sinne des Wortes – genauer unter die Lupe zu nehmen. Betreut und unterstützt wurde er dabei von seiner Biologielehrerin Karin Thiele.

Für seine Untersuchungen entnahm Niclas einigen Probanden jeweils vor und nach einem 4-minütigen Telefonat mit dem Handy etwas Blut aus dem Ohr und schaute es im Mikroskop an. Und tatsächlich konnte er dabei eine Veränderung der roten Blutkörperchen feststellen – nur war es eine ganz andere als erwartet! Während in der Arbeit des Heilpraktikers eine Anordnung der roten Blutkörperchen in der Form von Münzen in einer Geldrolle zu beobachten war, stellte Niclas eine Verformung derselben fest. Die Blutkörperchen schienen zu schrumpfen und nahmen eine "Igelform" an. Vorauf die Verformungen zurückzuführen waren, lässt sich anhand der Ergebnisse nicht sagen; beachtenswert ist das Resultat allemal.

Seine Leistung wurde schliesslich mit der Note 6 belohnt und er erhielt eine Einladung, sich bei „Schweizer Jugend forscht“ dem nationalen Wettbewerb zu stellen. Hier bekam er für die Arbeit das Prädikat „hervorragend“ und gewann einen Sonderpreis der Metrohm-Stiftung. Neben ihm erhielt auch Seraina Quitschau von der Evangelischen Mittelschule Schiers diese Auszeichnung. Dieser Preis ermöglichte Niclas und Seraina die Teilnahme an der diesjährigen I-SWEEEP in Houston, Texas, die vom 3. bis 7. Mai 2017 stattfand.

450 Projekte aus sechzig Ländern
An der I-SWEEEP wurden 2017 über 450 Projekte aus sechzig verschiedenen Ländern präsentiert. Die Kandidaten stellen ihre Arbeit jeweils auf einem Poster vor. Die Themenbreite umfasst dabei u.a. erneuerbare Energien, Materialwissenschaften, Luft- und Wasserverschmutzung sowie Gesundheit und Medizin.

Während sich die Kandidaten am „Public Day“ den Fragen der interessierten Öffentlichkeit stellen, gilt es einen Tag später beim „Judging“ ernst: Über den ganzen Tag verteilt müssen die Studierenden mehrmals ihre Arbeit vorstellen und Fragen dazu beantworten. Rund 355 Juroren sind an der Beurteilung der Projekte beteiligt. Diese kommen aus verschiedenen beruflichen Sparten und bringen unterschiedliche Erfahrungen mit; darunter befinden sich sowohl Fachleute aus den Bereichen der Naturwissenschaften, des Ingenieurwesens und der Industrie als auch Professoren, Post-Doktoranden und Forscher. Beurteilt werden die wissenschaftliche Denkweise, Originalität, Verständnis, die Ausstellung (Poster) und die Präsentation der Arbeit.

KSA-Schüler auch nächstes Jahr dabei
Obwohl Niclas von der I-SWEEEP keinen der begehrten „Awards“ mit nach Hause nehmen konnte, war es doch eine interessante und lehrreiche Erfahrung, seine Arbeit in grösserem Rahmen vorstellen zu dürfen. Auch nächstes Jahr wird mit Lukas Reitemeier, der z.Zt. die Klasse M4a besucht, wieder ein Schüler der KSA an der I-SWEEEP teilnehmen.