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Donald Aebi erklärte den Schülern den genauen Werdegang seiner Firma.

Bild Jamina Straub *

Unternehmergeist von Schülern fördern

Am Dienstagabend wurde der Jungunternehmer Donald Aebi in die Kantonsschule Ausserschwyz eingeladen, um über die Sonnen- und Schattenseiten eines Start-up-Unternehmens zu referieren.

von Jamina Straub *

Viele träumen davon, mit einem Startup-Unternehmen etwas Eigenes auf die Beine stellen zu können und damit erfolgreich zu werden. So ergeht es womöglich auch einigen Schülern der Kantonsschule Ausserschwyz. Aus diesem Grund wollen die Fachlehrer für Wirtschaft und Recht, Helen Sieber und Jürg Neuenschwander, ihre Schüler bei ihren Zielen unterstützen, ihnen aber auch aufzeigen, dass die Gründung einer eigenen Firma vielleicht leichter aussieht, als sie ist. Zu diesem Zweck wird ein- bis zweimal jährlich die sogenannte "Best of Practice"-Veranstaltung durchgeführt, bei der meist Jungunternehmer von ihren Erfahrungen erzählen. "Die Schüler sollen sehen, wie hart es wirklich ist, ein eigenes Business zu starten", erklärt Helen Sieber. Die Veranstaltung ist jeweils obligatorisch für die Schüler des Schwerpunktfachs Wirtschaft und Recht sowie der Berufsmaturitätsklassen. "Meist haben die Schüler zuerst nicht so Lust, ausserhalb der Schulzeiten einen obligatorischen Anlass zu besuchen", gibt die Lehrerin zu. "Doch im Nachhinein sind sie meist sehr positiv gestimmt und fanden es sehr interessant."

Eine "sackstarche" Idee
So war es auch am Dienstagabend, als Jungunternehmer Donald Aebi der GmbH "Sackstarch" nach Pfäffikon eingeladen wurde. "Ich habe meine Schüler noch nie so ruhig und aufmerksam gesehen", zeigte sich Lehrer Jürg Neuenschwander begeistert. Donald Aebi gründete sein Unternehmen im Jahr 2011 mit fünf weiteren Freunden im Rahmen eines Schulprojekts. "Wir hatten die Aufgabe, eine Idee für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu entwickeln und für diese einen Businessplan zu erstellen", erklärte der 22-Jährige. Die damals 15- beziehungsweise 16-jährigen Schüler der Kantonsschule Hottingen in Zürich hatten die Idee, einen qualitativ hochwertigen Seesack zu kreieren, der damals sehr beliebt war. "Unser Lehrer war von dieser Idee anfangs nicht so begeistert", so Aebi. Deshalb hätten sie die Idee weiterentwickelt, sodass aus dem einfachen Seesack ein einzigartiges Produkt wurde. Dieser Sack sollte aus den Überresten von Storenmaterialien der Firma Stobag hergestellt werden. Des Weiteren setzten sie auf eine nachhaltige Produktion in der Schweiz. So kam es, dass das Miniunternehmen immer erfolgreicher wurde. Es gewann zahlreiche Preise, darunter auch eine Summe von 20'000 Franken – das Startkapital für die Gründung einer GmbH. Donald Aebi erklärte den anwesenden Schülern aber auch, dass hinter einem erfolgreichen Unternehmen mehr als nur eine gute Idee stecke. Eines der wichtigsten Dinge sei die PR-Arbeit. Man müsse Werbung betreiben und versuchen, in den Medien präsent zu sein, ansonsten würde man schnell vergessen gehen. Offensichtlich muss in ein solches Projekt also viel Zeit investiert werden. Und daran mangelte es den Jungunternehmern, die damals kurz vor den Maturaprüfungen standen. So erzählte Donald Aebi, der inzwischen den Bachelor-Abschluss in Wirtschaft an der Universität St. Gallen gemacht hat, auch von den Schattenseiten des Business.

Kanti unterstützt kreative Köpfe
Ehrlich wie Aebi ist, gab er zu, dass das Unternehmen nicht mehr so gut laufe wie früher. "Wir haben die Firma in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt, weil wir uns aufs Studium konzentrieren mussten", erklärt er. Aufgeben wollen die Freunde aber nicht. Sie werden sich der Sache wieder annehmen und versuchen, ihr Unternehmen mit neuen Ideen wieder erfolgreicher zu machen. "Bei der Gründung von "Sackstarch" hätte ich nie gedacht, dass es solche Auswirkungen auf mein Leben haben wird."
Im Anschluss an den Vortrag betonte Jürg Neuenschwander, dass er sowie auch Helen Sieber die Schüler jederzeit gerne unterstützen würden, falls diese ebenfalls daran interessiert wären, ein eigenes Start-up zu gründen. Wer weiss – vielleicht sass der nächste erfolgreiche Unternehmer bereits unter den anwesenden Schülern.

* Aus: Höfner Volksblatt, 30.11.2017

 

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