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Philosophie

Philosophie wird an der KSA als Obligatorisches Fach geführt.

Die Philosophie gehört neben der Mathematik zu den ältesten und grundlegendsten Wissenschaften der westlichen Kultur und nimmt im gymnasialen Lehrplan einen legitimen Platz ein. Seit ihrer Geburt im antiken Griechenland (6. Jh. v. C.) versucht sie unablässig, die Welt zu entzaubern und unser Bewusstsein mit Hilfe des natürlichen Lichts der Vernunft zu erhellen. Der ursprüngliche Anlass zum Philosophieren liegt im Staunen über die Ordnung des Kosmos und im Verlangen nach einer Sinndeutung der menschlichen Existenz. Spätestens seit der Neuzeit (16./17. Jh.) wird die Philosophie angetrieben vom radikalen Zweifel an der Zuverlässigkeit der Grundlagen unseres Wissens. Immanuel Kant (18. Jh.) hat die Fragen, die sich der menschlichen Vernunft aufdrängen und sie in Unruhe versetzen, auf folgende Grundfragen zurückgeführt: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? – Die systematische Entfaltung und methodisch kontrollierte Beantwortung dieser Fragen gehört heute noch zu den Hauptaufgaben der professionellen Philosophen und Philosophinnen. In der modernen Philosophie ist die Erfüllung dieser Aufgabe allerdings schwierig – aber nicht unlösbar – geworden, weil die Macht der Vernunft selber erschüttert ist.

Eine allgemeingültige Definition der Philosophie gibt es nicht. Eine nähere Funktionsbeschreibung ist aber möglich und zweckmässig. In Analogie zu den drei Zeitdimensionen, in denen sich das bewusste menschliche Leben bewegt, lässt sich die philosophische Tätigkeit in drei analytisch unterscheidbare, in der Praxis ineinander verwobene Funktionen gliedern:
 Nach-Denken als Erinnerung (Vergangenheit)
. Hier steht die Aneignung bedeutsamer Ideen der philosophischen Tradition im Vordergrund, aber nicht als Denkmalpflege, sondern immer mit Rückbezug auf die individuellen und geschichtlichen Erfahrungen.
 Mit-Denken als Kritik (Gegenwart). 
Hier geht es vorrangig um das argumentative Prüfen und Beurteilen alles dessen, was den Anspruch auf unbedingte Geltung und Wahrheit erhebt.
 Weiter-Denken als Vorwegnahme (Zukunft): Die antizipierende Funktion besteht im Entwurf neuer Möglichkeiten und bezieht sich auf den Umgang mit dem Noch-Nicht (sowohl mit dem, was sein kann, als auch mit dem, was unweigerlich kommen wird).



Philosophie RICHTET SICH AN:

Philosophie eignet sich für alle, die Lust verspüren, Klarheit in ihr Denken zu bringen und Freude empfinden an der Auseinandersetzung mit den nicht auflösbaren Rätseln des Menschseins.

Die Philosophie erfordert neben dem Interesse an der philosophischen Überlieferung den intellektuellen Mut, ohne Geländer zu denken und Neues zu wagen. Wer ernsthaft philosophiert, braucht zudem einen langen Atem. Vorausgesetzt ist auch die Bereitschaft, die eigenen Überlegungen und das intuitiv Erkannte den anderen in einer verständlichen Sprache mitzuteilen.



Philosophie im ERGÄNZUNGSFACH:

Schauen, denken, diskutieren – Filme bilden im ersten Jahr die Grundlage, um philosophische Problemstellungen aufzuwerfen und zu besprechen. Der Zugang zu Themen der Philosophie soll damit anders gesucht und gefunden werden. Zusätzlich zur Diskussion werden theoretische Schwerpunkte in Bezug auf die Filme gesetzt. Dabei werden einerseits Texte aus der Moralphilosophie gelesen. Die Auseinandersetzung wird andererseits im Rahmen der Filmtheorie weiter vertieft. – Die Filme werden vor allem als Hausaufgabe vorbereitet.

Das Ziel ist es, die Teilnehmenden für philosophische Aspekte, die in Filmen zum Ausdruck kommen, zu sensibilisieren.

Im zweiten Jahr steht das Thema „Marxismus und Demokratie“ im Zentrum. Es wird nach eingehender Lektüre eines zentralen Werks von Marx überlegt, ob Demokratie in seinem Denken Platz hatte und inwiefern dieses in der heutigen Zeit noch relevant ist. – Die Teilnehmenden lernen eine einflussreiche politische Theorie kennen.

Wichtig: Die eingehende Lektüre von Primärtexten gehört neben der Diskussion zur Grundlagenarbeit!

MÖGLICHE BERUFS- UND STUDIENZIELE IM BEREICH Philosophie


Die im Philosophieunterricht erworbenen Einsichten und Fähigkeiten sind für jedes Hochschulstudium förderlich. Nicht nur die geisteswissenschaftlichen Studienrichtungen (Literatur, Kunst, Geschichte usw.), sondern auch die Naturwissenschaften oder die Jurisprudenz haben eine explizite oder implizite philosophische Komponente. Am Beispiel der neuesten Debatten über das Verhältnis von Hirn und Bewusstsein könnte man zeigen, dass die modernen Wissenschaften die traditionelle Philosophie nicht hinter sich lassen, sondern mitschleppen und gleichzeitig transformieren. Ein anderes Beispiel: Eine Vertrautheit mit der Philosophie erleichtert die Klärung strittiger Fragen im beruflichen Alltag, die sich im Schnittpunkt von Ethik, Recht und Medizin stellen (Euthanasie usw.).

Philosophie kann an den Universitäten als Haupt- oder Nebenfach studiert werden. Wer Philosophie als Hauptstudium wählt, kann später (wenn er Glück hat und wendig ist) Arbeit finden an Schulen und Forschungseinrichtungen, im Journalismus, in internationalen Organisationen, im Kunstbetrieb oder in der Politik. Die Berufschancen hängen oft von der Wahl der anderen Fächer ab.

Fachvorstand und Durchfühurung des EF: Nicola Condoleo, Daniel Erdösi (Stellvertretung)

http://testphilocafe.wordpress.com 

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