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Die erfolgreiche französische Schriftstellerin Fatou Diome besuchte die KSA

Die bekannte französische Schriftstellerin Fatou Diome stattete uns, den Schülern der Kantonsschule Ausserschwyz, am 26. März einen kleinen Besuch ab. Schon bei ihrem Eintreten beeindruckte sie uns mit ihrer Ausstrahlung und ihrem Lächeln. Ihre Bücher erzählen aus ihrem Leben. So las sie uns Ausschnitte aus ihrem letzten Werk „Le ventre de l’Atlantique“ vor, das einige Schüler im Rahmen ihres Französischunterrichtes gelesen hatten. Mit der ersten Geschichte fesselte sie uns bereits und selbige möchte ich gerne mit Ihnen teilen.

Sie wurde in Senegal in einem kleinen Dorf namens Niodior von ihren Großeltern aufgezogen, doch sie hatte keine Chance gehabt dort ein Gymnasium zu besuchen, daher war sie nach M‘Bour umgezogen und dann nach einiger Zeit nach Dakar, wo sie studiert hatte, später hatte sie dann nach Straßburg gewechselt. Um sich ihr Leben und das Studium finanzieren zu können, hatte sie nebenbei als Putzfrau gearbeitet. Sie betont, dass sie diese Arbeit mit Liebe getan hatte und dass jeder seine Arbeit so machen soll. Wenn man nicht 100% in seine Arbeit stecke und alles perfekt mache, dann sei der erhaltene Lohn ein Diebstahl. Sie ermutigte uns zu studieren, fleißig zu sein und jede Beschäftigung, die wir haben, so passioniert wie möglich auszuführen. Sie betonte, dass die Schule nicht nur wichtig sei, sondern eine absolute Notwendigkeit. Für sie hieß eine Ausbildung harte Arbeit. Wir in der Schweiz können durch unser Bildungssystem ohne Problem studieren und nehmen diese Aufgabe meist nicht ernst.

Auf meine Frage, ob sie Kinder habe, gab sie keine eindeutige Antwort. Sie sagte, dass alle ihre Kinder wären, alle die hier in diesem Saal seien und alle Schüler von den Schulen, die sie in Senegal errichtet hatte, seien auch ihre Kinder.

Uns soll bewusst werden, dass die Hautfarbe kein Kriterium ist, wir dürfen niemanden daran messen. Dazu erzählte sie eine Geschichte, die fast unglaublich rüberkommt. Als Fatou vor einigen Jahren nach Senegal zurückgekehrt war, hatte sie in einem Restaurant eine Speise vom Menü bestellen wollen, doch die Kellnerin hatte ihr die Menükarte nicht geben wollen, da sie gedacht hatte, dass Fatou Diome kein Geld für das Essen auf der Karte hätte. Sie war aufgestanden und hatte sich beim Geschäftsführer beschwert und kaum glauben können, dass sie in ihrem eigenen Land diskriminiert und mit den reichen Europäern verglichen wird, obwohl sie auch zu den gutverdienenden Menschen gehört. Sie riet uns, dass wir eigentlich nicht so schnell wütend werden sollen, doch wenn es um Gerechtigkeit und Rassismus geht, dann müssen wir für unsere Werte einstehen und diese Willkür verhindern, denn jeder muss wissen, dass alle Menschen gleich sind, egal welche Hautfarbe, welches Aussehen, welches Geschlecht oder welche Größe wir haben. Fatou Diome bekräftigte, dass wir die Zukunft des Landes seien, dass wir uns Wissen aneignen müssen, denn alles könne einem weggenommen werden, doch dies nicht.

Fatou Diome ist eine intelligente Frau, die mit viel Humor und Lockerheit vor uns stand. Zu Beginn dachten wird, diese Vorlesung wäre nur aus ihren Büchern und eher langweilig gestaltet, doch sie gab uns Lebensweisheiten mit, zeigte uns was wirklich wichtig ist und brachte uns vor Augen, wie glücklich wir uns schätzen können, in der Schweiz leben zu dürfen und die komplette Bildung auf dem Silbertablett serviert zu bekommen.

Diese Schriftstellerin ist nicht nur eine begabte Schreiberin, sie hat eine versierte Persönlichkeit, die uns in ihren Bann gezogen hat. Wir als Schüler sind dankbar, dass wir von der Kantonsschule Ausserschwyz diese Möglichkeit bekommen haben, einen solch tollen Menschen kennenlernen zu dürfen.

Joy Rauchenstein, S3F